3D-Animation

Interview mit Regine Schippers
Regine Schippers ist Lehrbeauftragte im Bereich digitale Bildpraxis an der Folkwang. In ihrer Lehre verbindet sie eine praxisorientierte Vermittlung der Grundlagen in 3D-Animation mit einem starken Fokus auf experimentellen, individuellen Workflows und kreativer Eigenständigkeit. Im Interview spricht sie über ihren Weg in die Lehre, ihre didaktische Haltung und ihre fachlichen Schwerpunkte.

Was hat dich dazu bewegt den Lehrauftrag an der FUdK anzutreten?

Regine Schippers sammelte bereits während ihres Studiums positive Erfahrungen in der Lehre. Angefangen mit Software-Schulungen entwickelte sie ein großes Interesse daran, ihr Wissen auch in anderen Kontexten zu vermitteln. Durch Natascha Dell erhielt sie schließlich den Auftrag, an der Folkwang im Studiengang Intermediale Gestaltung (ehemals Kommunikationsdesign) im Bereich digitale Bildpraxis zu unterrichten.

Was war dein erster Eindruck von der FUdK?

Als Regine an die Folkwang kam, war sie frisch aus dem Masterstudium und fand es faszinierend, den Hochschulbetrieb nun auch von der anderen Seite kennenlernen zu können. Ihr Einstieg fiel in die Zeit des Hybrid-Lernens während der Corona-Pandemie, sodass sie sich zunächst zurechtfinden musste – dabei wurde sie jedoch vom Kollegium tatkräftig unterstützt. In ihren Kursen begeistert sie sich immer wieder für die Kreativität der Studierenden.

Was für Kurse/Projekte bietest Du an?

2021 beschäftigte sie sich noch intensiver mit der digitalen Bildpraxis in der 2D-Animation, stieg dann jedoch auf die 3D-Animation um. Dazu gehören insbesondere 3D-Modelling und Techniken in Blender. Ihren Studierenden möchte sie die praktische Arbeit mit Blender sowie die Entwicklung eines eigenen Arbeitsflusses nahebringen, um ein grundlegendes Verständnis zu schaffen. In ihrem Kurs erstellen die Studierenden kleine Szenen, beispielsweise auch Dioramen. Zwar gibt es einen groben Themenrahmen, doch die Studierenden haben die Freiheit, ihren eigenen Interessen und Fähigkeiten nachzugehen. Zudem sucht sie aktiv das Gespräch mit ihnen, um den Kurs gemeinsam zu gestalten, und gibt gerne tiefere Einblicke in verschiedene Themen.

Was möchtest Du den Studierenden im Kontext der Projekte vermitteln?

Ihr Ziel ist es, den Studierenden ein vielseitiges Skill-Set an die Hand zu geben, das ihnen nicht nur ein grundlegendes Verständnis vermittelt, sondern sie auch dazu ermutigt, zu experimentieren und eigene Workflows zu entwickeln. So möchte sie ihnen die besten Möglichkeiten eröffnen, um ihre eigenen Ideen kreativ umzusetzen.

Wie vermittelst Du deine Lehrinhalte? Hast du bestimmte Methoden?

Regine vermittelt ihre Lehrinhalte vor allem praxisorientiert. Pro Semester setzt sie ein übergeordnetes Thema, wie zuletzt Dioramen in 3D und deren Animation. Innerhalb dieses Rahmens haben die Studierenden viel Freiheit und können nach ihren eigenen Kenntnisständen arbeiten. Wichtig ist ihr, Theorie stets in praktische Aufgaben zu übersetzen und die Studierenden Schritt für Schritt an die Werkzeuge heranzuführen – zunächst über das Interface, dann über grundlegende Übungen bis hin zur vertieften Auseinandersetzung. Dabei können manche langsamer vorgehen, andere schneller vorarbeiten, solange die Grundlagen verstanden sind. Unterstützung und technische Hilfe bietet sie jederzeit an. Mit diesem Ansatz möchte sie den Studierenden nicht nur Wissen weitergeben, sondern sie auch dazu ermutigen, zu experimentieren, eigene Workflows zu entwickeln und so die besten Voraussetzungen für die Umsetzung ihrer Ideen zu schaffen.

Magst Du etwas zu deinem Hintergrund erzählen? 

Regine hat ihren Bachelor im Bereich Kommunikationsdesign in Aachen absolviert, wo sie sich intensiv mit 2D-Animation, Kurzfilm, Storytelling und experimentellen Animationstechniken beschäftigte. Sie arbeitete dabei mit Kombinationen aus Zeichentrick-Keyframe- und 3D-Animation. Über mehrere Jahre war sie außerdem im Feld der kommerziellen Storyboards und Animatics tätig und erstellte Testfilme für Werbeproduktion, Marktforschung und Pitches. In Münster vertiefte sie ihr Wissen im Masterstudiengang Design mit Schwerpunkt Information und Kommunikation. Dort lag der Fokus stärker auf nutzerzentriertem Arbeiten, Recherche und konzeptioneller Entwicklung. Ihre Abschlussarbeit umfasste eine 2D- Animation zum Thema Gender Data Gap. Parallel dazu arbeitete sie im Bereich Grafik- und Motion-Design, gestaltete VFX für YouTube- und Fernsehserien und baute sich so ein breit gefächertes Portfolio im Bereich Bewegtbild und Illustration auf.

Was sind deine fachlichen Schwerpunkte?

Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen in Animation, Illustration und Motion Design, insbesondere im 2D-Motion-Design mit After Effects. Dabei legt sie Wert auf die Weiterentwicklung eigener Techniken, gerade im selbstständigen Arbeiten. Blender setzt sie als vielseitiges Hilfsmittel ein, um 2D-Arbeiten zu unterstützen und darüber hinaus auch tiefergehende 3D-Animationen umzusetzen.

Woran arbeitest Du aktuell? Was war dein letzten Projekt?

Aktuell arbeitet Regine an einem persönlichen Projekt: einer Graphic Novel, in der sie Aquarell- und Mischtechniken mit digitalen Blender-Anwendungen kombiniert. Das Projekt wird über einen längeren Zeitraum entstehen, da sie die Umsetzung parallel zu anderen Aufgaben plant. Inhaltlich beschäftigt sich die Graphic Novel mit Themen wie Identität, Coming-of-Age und Selbstfindung in einem fantasievollen Setting.

Das Interview führte Sophia Stenzel.

Credits:
Text: Sophia Stenzel
Bilder/Animation: Regine Schippers

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Universität der Künste